VideoIdent – wohin geht die Reise? 

Das VideoIdent-Verfahren

Wer kennt das nicht? Ihr Kunde möchte einen Vertrag abschließen, kann aber nicht persönlich erscheinen, um zu unterschreiben.

In vielen Fällen wurde und wird das PostIdent-Verfahren genutzt – ein Postmitarbeiter bestätigt nach Prüfung eines Ausweisdokuments, dass es sich bei dem Unterschriftleistenden um den Käufer handelt.

Ist das kundenfreundlich? Und ist das noch zeitgemäß? Eins ist klar – die Verzögerungen, die durch diese Verfahren entstehen, verhindern einen zügigen Abschluss. Vor allem, wenn keine Postfiliale in direkter Wohnortnähe ist, sind die Nachteile offensichtlich.

Deshalb hat sich bei verschiedenen Geschäftsvorfällen wie Online-Kontoeröffnungen, Online Car Sharing-Buchungen oder der Freischaltung von PrePaid-Karten das VideoIdent-Verfahren durchgesetzt.

Status Quo: Wer nutzt das VideoIdent-Verfahren schon heute?

Oft ist für Anbieter von Leistungen, die gewissen Datensicherheitsrichtlinien unterliegen, ein Identifikationsverfahren verpflichtend. Dazu zählen z. B. Banken, Kreditunternehmen, Inkassounternehmen.

purpleview bietet Ihren Kunden mit dem Modul VideoIdent für empathy die Möglichkeit, dieses Verfahren bequem von zu Hause zu erledigen – ohne Vereinbarung von Zusatzterminen oder lästige Gänge zur Postfiliale.

So funktioniert‘s:

Ein Beispiel: Der Besucher der Webseite eines Geldinstituts hat die Kontoeröffnungsstrecke durchlaufen. Er muss sich nur noch identifizieren, um den Prozess abzuschließen.

Anstelle des PostIdent-Verfahrens kann er mit purpleview empathy die direkte Legitimation im Video-Chat nutzen. Sie wird per Knopfdruck gestartet.
Die Daten zur Legitimation können auf unterschiedliche Weise in das VideoIdent-Verfahren übernommen werden.

Während der Legitimation können – wenn im konfigurierten Prozess vorgesehen – zusätzliche Daten erfasst oder korrigiert werden. Die Möglichkeit der Prozessdefinition erlaubt es, unterschiedliche Prüfstrecken zu hinterlegen. Die in diesem Kontext umfangreichste mögliche Prüfung umfasst alle von der BaFin vorgegebenen Prüfschritte. Für andere Geschäftsvorfälle reicht meist schon eine Untermenge der verfügbaren Prüfschritte aus. Sie können beliebige Dokumente und Ausweisdokumente hinterlegen. Beispiele aus der Praxis sind Rechnungen, Führerscheine, Kontokarten usw.

Die Legitimation führt der Kunde am PC oder über Smartphone oder Tablet durch. Liefert die mit dem PC verbundene Kamera nicht die benötigte Bildqualität, kann der Kunde während der laufenden Identifikation die Kamera seines mobilen Endgeräts dazunehmen.

Bei Abschluss des Verfahrens werden alle Ergebnis-Daten und Screenshots zur weiteren Verarbeitung an nachgelagerte Systeme übergeben. 

Die Zukunft des VideoIdent-Verfahrens

Aktuell ist das VideoIdent-Verfahren das innovativste Instrument zur eindeutigen Identifikation von Personen. In Zukunft wird es einfacher sein, sich mit einem elektronischen Ausweis zu identifizieren. Seit Anfang September 2021 ist nun auch in Deutschland die gesetzliche Grundlage für dieses Verfahren geschaffen worden.

Die Nutzung der sogenannten eID erlaubt die Entstehung und Entwicklung neuer und vereinfachter Identifikationsprozesse. Mittels der Online-PIN des Personalausweises kann sofort festgestellt werden, ob es sich um die richtige Person handelt. Jeder Bundesbürger hat die Möglichkeit, diese Online-PIN bei den Behörden anzufordern, um sie für Identifikationsprozesse zu nutzen.

Leider wird diese Funktion bei den Ausweisinhabern kaum genutzt. Auch Anbieter wie Banken, Versicherungen und Behörden verzichten zum Großteil noch darauf, bestehende Prozesse auf die Nutzung der eID anzupassen.

Mit eID kann auf ein VideoIdent-Verfahren und erst recht auf ein PostIdent-Verfahren verzichtet werden. Beispielsweise kann eine digitale Unterschrift durch die Eingabe der eID des Ausweisdokuments ergänzt werden. Das aktuelle VideoIdent-Verfahren ist im Vergleich viel zeit- und kostenintensiver, da die persönlichen Daten via Videostream vom Anbieter live festgehalten und dokumentiert werden – das entfällt bei Eingabe der eID.

Eine weitere Möglichkeit soll es in Zukunft mit der Face-ID geben. Viele kennen das bereits vom eigenen Smartphone, welches mit einem Blick freigeschaltet werden kann. Auch im App-Store oder bei anderen Identifikationsprozessen wird auf dem Smartphone schon die Identifikation mit dem eigenen Gesicht verwendet. Inwieweit das Face-ID-Verfahren die hohen Sicherheitsanforderungen der BaFin und andere gesetzliche Normen erfüllt, wird die Zukunft zeigen. Für den Kunden ist diese Form der Identifikation sehr einfach.

Fazit

In Zukunft wird mehr Bewegung in die Entwicklung neuer Identifikationsprozesse kommen. In Deutschland setzt das Wirtschaftsministerium auf das Smartphone. Dort kann der Ausweis in Zukunft als digitales Identifikationsdokument gespeichert werden. Dabei handelt es sich um sensible personenbezogene Daten, die der DSGVO unterliegen. Deshalb ist fraglich, ob eine solche Lösung auf von ausländischen Herstellern bereitgestellten Systemen (Smartphones) durchführbar ist. Außerdem bleibt abzuwarten, ob die Bürger bereit sind, sensible Daten auf dem Handy zu speichern.

Gegenwärtig bleibt das VideoIdent-Verfahren daher das schnellste, sicherste und am weitesten verbreitete digitale Identifikationsverfahren in Deutschland.

Sie möchten mehr über die Möglichkeiten im Bereich VideoIdent-Verfahren und Online-Kundenberatung erfahren? Dann kontaktieren Sie uns!

info@purpleview.de

Sebastian Brinckmeyer